Evaluation und Forschung

Wir legen besonderen Wert darauf, die Ergebnisse unserer Arbeit regelmäßig zu messen. Nur so können wir unsere hohen Qualitätsstandards halten. Wir forschen zudem zur Wirksamkeit von psychologischen und sozialen Hilfsangeboten in Konfliktregionen. Im Folgenden stellen wir drei Studien vor, die uns helfen besser zu verstehen, welche Programme die beste Wirkung bei den Menschen zeigen.

Wissensstand von psychologischen Fachkräften in Kurdistan-Irak

Die Zahl der Einrichtungen, die Menschen im Irak und in Jordanien psychologische Hilfe anbieten, stieg zwischen 2013 bis 2015 um 14 Prozent. In Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben wir untersucht, wie diese Fachkräfte ausgewählt und ausgebildet werden und welche Unterstützung sie leisten können.

Nach der Befragung von 31 Expert*innen und über 200 Klient*innen fanden wir heraus, dass nur die Hälfte der Fachkräfte eine Ausbildung von mehr als einer Woche absolviert hatte und die meisten von ihnen keine spezifischen Techniken einsetzten.

Diese Studie zeigt den großen Bedarf an fachlicher Qualifizierung von Fachkräften in der Region auf.

Depression und Trauma unter Kindern in Syrien

Gemeinsam mit syrischen Partnerorganisationen haben wir die Situation von Kindern in Geflüchtetenlagern in Nordsyrien untersucht. Wir wollten wissen, welche psychischen Probleme die Kinder haben und welche Art von Therapien sie benötigen.

Wir befragten 71 Kindern im Alter zwischen 10 und 15 Jahren und stellten fest, dass mehr als ein Drittel Symptome schwerer depressiver Störungen aufwies. Ein weiteres Drittel zeigte Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Kinder die unter Depressionen oder Traumafolgestörungen leiden, benötigen spezialisierte und langfristige Behandlung. Für solche Therapien fehlt in Syrien jedoch entsprechend ausgebildetes Fachpersonal. Aus diesem Grund legen wir einen Schwerpunkt unsere Arbeit auf die Fortbildung von Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen.

Psychologische Folgen der Gewalt in Syrien

Aufgrund der Sicherheitssituation in Syrien gibt es so gut wie keine Untersuchungen zu den psychischen Auswirkungen von Gewalt auf die Bevölkerung im Land. Aus diesem Grund haben wir 387 Personen aus verschiedenen Regionen des Landes online zu ihren Erlebnissen und ihrer seelischen Verfassung befragt.

Aus der Studie ergab sich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der erlebten Gewalt und der psychischen Gesundheit der Betroffenen. Fast die Hälfte der Befragten wiesen Symptome eines psychischen Traumas auf. Bei über einem Viertel ließ sich ein leichtes Suizidrisiko nachweisen.

Die in der Fachzeitschrift Transcultural Psychiatry veröffentlichten Ergebnisse verdeutlicht den enormen Bedarf an psychologischer Unterstützung unter syrischen Gewaltüberlebenden.

Wie Sie unterstützen können

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Aufbau einer friedlichen und freien Gesellschaft im Irak und in Syrien. Sie ermöglichen damit langfristige und sichtbare Veränderungen für Menschen, die nach Gewalt und Krieg in ein gesundes und eigenständiges Leben zurückfinden wollen. Zum Spendenformular hier.

Kontakt

Stephanie Schweininger
Evaluation & Forschung Koordinatorin

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