Hilfe für Betroffene in Mosul

Mosul, mit ursprünglich fast drei Millionen Einwohner*innen die zweitgrößte Stadt des Irak, wurde im Sommer 2014 vom „Islamischen Staat (IS)“ erobert und drei Jahre lang besetzt. Während des Terrorregimes waren die Bürger*innen Mosuls einer extremen Form der Gewaltherrschaft ausgesetzt. Als die irakischen Streitkräfte Ende 2017 die Kontrolle über die Stadt wiedererlangten, war sie zu großen Teilen zerstört. Seit 2018 versorgen wir die Überlebenden mit medizinischer Behandlung und psychologischer Betreuung.

Die Folgen der Gewaltherrschaft in Mosul

Unter der Besetzung durch den IS waren die Bewohner von Mosul schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Zu den von den terroristischen Kämpfern begangenen Straftaten zählen Entführungen und willkürliche Inhaftierungen, Folter und unmenschliche Bestrafung, Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung sowie Zwangsarbeit und Rekrutierung von Kindersoldaten.

Die monatelange „Schlacht um Mosul“ hinterließ neben einer fast komplett zerstörten städtischen Infrastruktur eine traumatisierte und oft körperlich beeinträchtigte Bevölkerung. Gleichzeitig sind die meisten Krankenhäuser und Gesundheitszentren zerstört oder geplündert und gibt es fast keine Angebote im Bereich der psychologischen Betreuung.

Unser Behandlungszentrum in Mosul

Im Herbst 2018 eröffneten wir ein Behandlungszentrum in Mosul. Zu uns kommen Menschen, die unter anderem unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Angstzuständen, Depressionen oder chronischen Schmerzen leiden. Unser Team versorgt sie medizinisch sowie psychologisch und leistet soziale Hilfestellungen und Rechtsberatung.

Der Leiter des neuen Zentrums, Omer Taha, erklärt:

„Wir tragen bereits einen Teil zur Verringerung des Leids einiger Menschen in der Stadt bei. Durch uns erhalten sie Zugang zu kostenlosen Medikamenten, die sie dringend benötigen und sonst nicht leisten könnten. Sie können über die Erlebnisse während der IS-Besatzung und dem Befreiungskrieg sprechen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda kommen nach und nach immer mehr Menschen. Allerdings fehlen auch unserem Zentrum die Mittel, um schwere Krankheiten behandeln zu können.“

Zum vollständigen Interview mit Omer Taha

Wie Sie unterstützen können

Für die medizinische und psychologische Versorgung der Menschen in Mosul haben wir eine gesonderte Spendenaktion auf betterplace gestartet. Wir freuen uns über jede Spende, die uns hilft unsere wichtige Arbeit weiterzuführen.

Kontakt

Jiyan Foundation for Human Rights Lavan Jalal Programmleitung Traumahilfe und Gesundheit

Lavan Jalal
Programmleitung Traumahilfe und Gesundheit

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Jiyan Foundation for Human Rights Chenar Seerwan Programmleitung Traumahilfe und Gesundheit

Chenar Seerwan
Programmleitung Traumahilfe und Gesundheit

E-Mail

Gespräch mit dem Leiter des Zentrums in Mosul